Der Sport Club Siemensstadt Berlin e.V. (SCS) ist mit mehr als 7.200 Mitgliedern einer der größten Vereine Berlins und wächst weiter, vor allem im Kinder- und Jugendbereich. Das Sport Centrum entstand vor rund 40 Jahren als Modellprojekt unter dem Motto "Sport für alle" und ist sowohl Mitgliedern als auch Gästen zugänglich. Zu dem Sportkomplex gehören 3.675 Quadratmeter überdachte Sportflächen und 16.710 Quadratmeter Freiluftanlagen. Mittlerweile zeigen viele Außenanlagen großen Sanierungsbedarf – die 400m-Rundlaufbahn und der Naturrasenplatz sind abgenutzt, die Barrierefreiheit ist eingeschränkt. Im Umfeld entstehen ganz neue Wohngebiete, sodass der Bedarf stark steigt.
Der Verein gab deshalb eine mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung finanzierte Studie für eine Weiterentwicklung in Auftrag. Der Begriff "Lebenswelten" im Titel unterstreicht, dass die Sportanlage als Treffpunkt für alle Altersgruppen und Menschen unterschiedlicher sozialer und geografischer Herkunft weiterentwickelt werden soll.
Der Fokus liegt auf der Modernisierung der Außenanlagen für Vereinszwecke und offene Sportangebote. Die Studie umfasste Experteninterviews, Befragungen von Mitgliedern, Kundinnen und Kunden sowie über die Plattform "mein.berlin.de". Daraus ergab sich u.a. der Bedarf nach zusätzlichen Fußballflächen sowie neuen Trendsport-Angeboten. Oft genannt wurden außerdem Hitzeschutz und zusätzliche Parkplätze. Entscheidend für das Management der Angebote für diverse Zielgruppen sind außerdem digitale Lösungen für die Vergabe, Überwachung der Auslastung und für Zugangsberechtigungen.
Das Konzept mit Kosten von rund 15,5 Mio. Euro sieht ein zusätzliches Sportfunktionsgebäude und ein neues Kunstrasen-Kleinspielfeld vor. Der Naturrasenplatz soll für das Rugby-Training verkleinert werden. Zugunsten von Fitness-, Bewegungs- und Spiel-Angeboten für alle Altersgruppen, wie Beachvolleyball, Parkour, Trampolinsport, Basketball und Kraftsport, soll die Rundlaufbahn auf 300 Meter mit Sprintbahn und Weitsprunganlage verkürzt werden.
Innerhalb der Rundlauf-Bahn sind u.a. Padel-Tennisfelder und eine überdachte Kursfläche denkbar. Auf den heutigen Parkplätzen kann ein Tanzpavillon mit Außenfläche entstehen. Als Ausgleich sind ein Parkhaus mit ca. 300 Plätzen sowie ein neuer Zugang vom Rohrdamm angedacht. Eine sogenannte Veranstaltungsmeile mit Kletterwänden sowie die Gastroterrassen und der Tanz- und Begegnungspark sollen auch Menschen anziehen, die noch keinen Sport treiben.
Auf dieser Grundlage wird der SC Siemensstadt in den kommenden Jahren die Realisierung der enthaltenen Ideen weiterverfolgen. Eine Umsetzung mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung steht derzeit nicht in Aussicht.